Haushaltsrede 2026
Am 24. April 2026 wurde der Haushalt für das Jahr 2026 im Marktgemeinderat verabschiedet. Unser Fraktionsmitglied Gerhard Beister, Mitglied des Haushaltsausschusses, legte in seiner Haushaltsrede die Position von uns Grünen zum vorliegenden Haushalt dar.
Er machte deutlich, dass Hösbach klare Prioritäten und mehr Mut braucht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Unter dem Motto „Mut zum Weniger, denn das ist mehr“ betonte er insbesondere die Bedeutung von Familie, Bildung, Mobilitäts- und Energiewende.
Positiv bewerten wir Grünen die Fortschritte beim „Haus des Kindes“, der Erweiterung der Astrid-Lindgren-Grundschule sowie die Umsetzung eines Jugendtreffs im Hauptort. Gerade beim Ausbau der Ganztagsbetreuung darf Hösbach keine Zeit verlieren. Hier geht es nicht nur darum, den Rechtsanspruch ab 2029 erfüllen zu können, sondern auch darum, Fördermittel sinnvoll zu nutzen und Familien in Hösbach verlässliche Perspektiven zu bieten.
Kritisch sieht Gerhard Beister und damit wir Grünen dagegen die fehlenden belastbaren Finanzmittel für die Mittelschule, obwohl der Sanierungsbedarf offensichtlich ist. Bürgermeister Houben brachte dies selbst mit seiner Aussage „Manches Fenster traut man sich nicht mehr zu öffnen“ auf den Punkt. Aus unserer Sicht braucht es hier endlich eine klare Priorisierung und einen verbindlichen Fahrplan.
Großen Nachholbedarf gibt es weiterhin bei der Mobilitäts- und Energiewende. Wichtige Projekte wie eine stärkere Förderung des Radverkehrs oder Verbesserungen im ÖPNV wurden in den vergangenen Jahren zu oft verschoben. Gerade mit Blick auf die bevorstehende Öffnung der Hauptstraße fehlt weiterhin ein überzeugendes Konzept zur Verkehrslenkung und zur Entlastung des Ortskerns.
Auch beim Ausbau von Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden geht uns viel zu langsam voran. Angesichts steigender Energiepreise wäre ein deutlich entschlossenerer Ausbau erneuerbarer Energien notwendig gewesen. So wurden im letzten Jahr noch nicht mal die zwei angestrebten PV-Anlagen auf kommunalen Dächer installiert, obwohl viel mehr als zwei nötig wären. Es war gerade mal eine Anlage, die ans Netz ging.
Wir Grünen fordern konsequent den Umstieg auf moderne Heizsysteme und PV-Anlagen bei gemeindlichen Gebäuden. Und das ist hat nichts mit Ideologie zu tun. Das ist wirtschaftlich sinnvolles Vorgehen.
Positiv hervorgehoben wurde dagegen die laufende Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, die langfristig Energie und Kosten spart.
Gerhard Beister sprach sich im Namen der Grünen für eine ehrlichere und realistischere Haushaltsplanung aus.
Statt überladener Wunschlisten brauche es klare Prioritäten, nachvollziehbare Entscheidungen und eine höhere Umsetzungsquote.
Nur so kann Hösbach trotz knapper Kassen handlungsfähig bleiben und gezielt in die Zukunft investieren.